«Wort des Jahres gesucht»

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Schweizer Wort des Jahres: «Stellwerkstörung»

Eine fünfköpfige Jury unter der Federführung von Radio SRF 3 kürte aus mehreren hundert Vorschlägen aus der Schweizer Bevölkerung das Wort „Stellwerkstörung“ zum Wort des Jahres 2013.

Gemeinschaftsgefühl im Eisenbahnwaggon: Wenn uns in dieser schnelllebigen Zeit noch etwas zu einen vermag, dann die Durchsage im öffentlichen Verkehr: „… Grund dafür ist eine Stellwerkstörung.“ Das Wort muss für jeden Zwischenfall, jegliche IT-Panne herhalten, und von Rorschach bis Genf weiss niemand genau, was damit gemeint ist. In einem Jahr, das reich an SBB-Pannen und arm an prägenden Ereignissen war, ist die Stellwerkstörung für die Jury auch eine Metapher für ein Land, das nicht recht vom Fleck kommen will. Die Aktion „Wort des Jahres“ wird seit 2003 unter der Federführung von SRF 3 durchgeführt. In der Jury sassen in diesem Jahr Autor Bänz Friedli, Schriftsteller Jens Steiner, Slampoetin Hazel Brugger, Daniel Quaderer (Co-Autor des Buches Wörter des Jahres) und SRF 3-Produzentin Ursula Schubiger.

Neben dem „Wort des Jahres“ krönte die Jury auch ein „Unwort des Jahres“ und den „Satz des Jahres“.

Unwort des Jahres: „Systemrelevant“
Früher war eine Bank „too big to fail“, wenn man sie mit öffentlichen Geldern retten musste, und in dem Ausdruck lag wenigstens noch etwas Verschämtes, Schäbiges. Neuerdings heisst es elegant „systemrelevant“, wenn etwa die Zürcher Kantonalbank von der Nationalbank, wie im November geschehen, für allzu gross bezeichnet wird, als dass man sie scheitern lassen könnte. Ist ein Geldinstitut dem Rechtssystem lange genug auf der Nase herumgetanzt (indem es beispielsweise amerikanische Steuersünder als Kunden von der UBS übernahm), wird es für „systemrelevant“ erklärt. Das Wort ist ein Hohn.

Satz des Jahres: „Aff!“
Dieser Ausspruch bleibt von Ueli Maurers Präsidialjahr übrig. So beschimpfte er einen Kameramann im Bundeshaus, der ihm im Weg stand. Ein Beispiel für die Verrohung des politischen Diskurses? Oder eher dafür, dass in Zeiten von Wikileaks, NSA-Bespitzelung und flächendeckenden Abhöraktionen nichts mehr geheim ist, auch nicht ein verbaler Ausrutscher des Bundespräsidenten? Dann wäre der „Aff!“ auch Beispiel dafür, dass sich heutzutage, da alles Private öffentlich ist, jede Nichtigkeit in Windeseile über alle digitalen Kanäle verbreitet – bis sie schliesslich gar zum Satz des Jahres wird.

Vollständige Medienmitteilung als PDF Download

Auskunft erteilt:
www.chwort.ch - Ursula Schubiger, Reporterin/ Produzentin DRS 3 und Jury-Präsidentin, Brunnenhofstrasse 22, 8042 Zürich, 076 343 84 42


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